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Jobkiller Facebook und Co.

Lupe auf BildschirmDas wohl bekannteste Angstszenario in diesem Zusammenhang ist, dass die Partybilder von letzter Nacht im Internet – öffentlich zugänglich – auftauchen. Am besten noch mit Namen. Es wird häufig davor gewarnt, es passiert trotzdem. Unter dem Strich ein alter Hut und so angestaubt wie die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Social Media Plattformen. Jedoch führt dieses Szenario zu einer spannenden Frage:

Was bedeutet im Internet eigentlich „Privat“?

Klar ist, dass die Plattformen schon gewisse Charakteristika mitbringen. So weiß man, dass XING eher „Business“ und Facebook eher „Privat“ daher kommt. So werden in der Regel auch die Profile der Nutzer angelegt. Eigentlich also eine klare Angelegenheit oder? Wenn ein Unternehmen etwas über den künftigen Kandidaten wissen möchte schaut es bei XING nach, da ja dort das unternehmerisch Relevante des Bewerbers steht und eine Diskobekanntschaft sucht man(n) dann doch eher auf Facebook.

Nun ist ja das Internet verführerisch transparent und das ein oder andere Unternehmen (zu denen Ihres sicherlich nicht zählt) möchte, neben dem wirklich fachlich Relevanten was auf XING zu finden wäre, etwas über die Person hinter dem Lebenslauf erfahren (natürlich nur wegen den social skills und so). Also wird auch Facebook, StudiVZ, MySpace und vielleicht auch noch Knuddels zu Rate gezogen, um mögliche Jugendsünden oder andere Internet-Fauxpas aufzudecken. Dass es sich hierbei um eine rechtliche Grauzone handelt und z. T. auch gegen AGBs der Seiten verstößt mal beiseitegelassen.

Bildlich gesprochen fährt das Unternehmen also an der Wohnung des Bewerbers vorbei, glotz ins Fenster, sieht eine wilde Party und sagt: dieser Mensch kann auf  keinen Fall was taugen, so wie der feiert.

Es handelt sich aber vielleicht bei dem Menschen auf dem Tisch mit der Krawatte um den Kopf und den Socken auf den Händen um den kompetentesten Ingenieur der Region, der heute 35 wird. Alles klar? Das Einzige was ein solches Verhalten fördert ist, dass jeder User zwei Profile hat. Eins für Arbeitgeber und eins für Freunde, was dann COoLmaster35 heißt und nicht gefunden wird.

Soviel zum unternehmerischen Appell dieses Posts. Es gibt aber auch noch den erhobenen Zeigefinger für die Nutzer von Social Media:

Würde es so etwas wie die 10 Gebote für Arbeitnehmer im Web geben, das erste Gebot würde lauten: Spreche nie schlecht über deinen Arbeitgeber im Internet –nirgends und nie.

Aktuelles Beispiel aus dem Hause Apple: Ein Storemitarbeiter wurde gekündigt, da er auf Facebook seinen Freunden (und nur seinen Freunden!) mitteilte, dass Apple doof ist und die Produkte nichts taugen. Einer seiner „Freunde“ gab dieses Memorandum an den Storemanager weiter. Dieser kündigte dann dem Mitarbeiter, was einen Rechtstreit nach sich zog. Schließlich hat der Mitarbeiter doch nur in einem „privat“ abgesteckten Raum seine Meinung kundgetan.

Die englischen Richter sahen das anders:

Die Nachricht war zwar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, konnte aber, so die Richter, jederzeit kopiert und weitergegeben werden. Aus diesem Grund konnte er sich nicht darauf berufen, die Kommunikation sei privater Natur gewesen.

*Quelle: Macnews

Fazit: Sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen müssen noch ein bisschen Social Media Umgang üben, bis die eigentlich zu erwartende Nettiquette eintritt.

Bild: Christine Lietz / PIXELIO

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